Gehe zu…
FacebooktwitterrssFacebooktwitterrss

Web-of-‚Trust‘ späht Nutzer aus


Facebooktwittergoogle_plusredditpinteresttumblrFacebooktwittergoogle_plusredditpinteresttumblr

Ganz toll: Der beliebte Browserzusatz Web of Trust gibt sich im Netz ein ach so vertrauenswürdiges Image, ganz doll nah an der Community verortet und so tragen inzwischen 140 Millionen User mit ihren Daten dazu bei, die Bewertungsplatform zu betreiben.

„WOT zeigt Ihnen, welchen Websites Sie vertrauen können. Grundlage dafür sind die Erfahrungen von Millionen Anwendern.“

Ha! Ha! Ha!

NDR-Reporter gründeten eine Schein-Firma, die vorgeblich im „Big Data“-Geschäft aktiv ist. Gleich mehrere Unternehmen zeigten sich bereit, die Web-Daten deutscher Internet-Nutzer verkaufen zu wollen. Ein Unternehmen bot die nun ausgewerteten Daten schließlich als kostenlosen Probe-Datensatz an.

In Wirklichkeit sendet das Addon nämlich jede Bewegung im Netz an einen Protokollserver. Und vom Verkauf den gesammelten Daten lebt diese Datenkrake dann. Laut Entwickler sind diese natürlich ganz anonym und nicht personalisierbar, was in Zeiten von Big Data natürlich völliger Blödsinn ist. Außerdem stimmt man dem Sammelscheiß auch noch in den Lizenzbedingungen zu, soll heißen: selber Schuld, wer das nicht liest…

Pikanterweise sind nun in den Datensätzen auch Namen von diversen hochrangigen Politikern enthalten und man kann daher vielleicht auf etwas mehr als 15 Sekunden Betroffenheit hoffen. So zum Beispiel bei Herrn Braun (CDU), Staatsminister bei der Bundeskanzlerin und Vertrauter von Angela Merkel.

Über den Computer eines seiner Mitarbeiter sind Brauns Informationen in den Datensatz gelangt. Den Politiker überrascht vor allem, „dass es oftmals ungeachtet der Unzulässigkeit des Datenabflusses schwierig ist, als Anwender diesen überhaupt nachzuvollziehen“

Wo doch gleichzeitig der Bundestag in aller Ernsthaftigkeit darüber nachdenkt, Maßnahmen gegen Datenkraken zu verbieten. Kaum zu glauben, aber jawohl, Bundesregierung und Bundesländer prüfen derzeit, ob sie den Einsatz von Ad-Blockern, mit denen man Werbung auf Webseiten unterdrücken und ausblenden kann, gesetzlich verbieten wollen. Ein Schelm, wer hier böses denkt…

Dieser Versuch erfolgt übrigens ausgerechnet auf Druck der Medienkonzerne und ihrer Lobbyisten, Verbraucherorganisationen werden bislang an der Entscheidungsfindung offenbar nicht beteiligt. (Wer sich dafür interessiert, bei Fefe gibt es etwas mehr dazu)

Wie Herr Braun das jetzt wohl sieht?

Die ganze Geschichte heute abend im Ersten bei Panorama und sicher auch in der Mediathek.

 

 

Facebooktwittergoogle_plusredditpinteresttumblrFacebooktwittergoogle_plusredditpinteresttumblr

Schlüsselwörter:, ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

About blue