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Josef Hader sagt ‚Dankeschön, Neoliberalismus!‘


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Er ist Kabarettist, Schauspieler und jetzt auch Regisseur und so gings zu Weihnachten im Interview mit dem Kurier auch eigentlich erstmal nur um seinen neuen Film. Dann kam Josef Hader zum Wesentlichen und hat dazu ein paar wirklich gescheite Sachen gesagt, die einfach wiederholt werden müssen. Absolut lesenswert, wenn auch für Pegidisten leider unverdaulich, weil zu viele Kommas…

Das Blöde ist, dass Rechtspopulismus oder Flüchtlingskrise ja nur Symptome dafür sind, dass eine viel tiefere Grundübereinkunft dabei ist zu kippen. Diesem System – dass man von seiner Arbeit leben kann, dass es soziale Stützen gibt, dass die, die mehr verdienen, mehr Steuern zahlen und so weiter – wird immer mehr das Geld entzogen, weil bei uns immer mehr die Arbeit besteuert wurde – und immer weniger Firmengewinne und Gewinne aus Finanzspekulationen. Die Arbeit, die man besteuern könnte, wird aber immer weniger: Statt uns im Café bedienen zu lassen, stellen wir uns an der Theke an, machen die Arbeit des Kellners mit und zahlen genau so viel. Als Dank dafür verschiebt der Unternehmer seine Gewinne dorthin, wo er keine Steuern zahlen muss. Und wenn er dann Multimillionär geworden ist, gründet er eine Stiftung und hilft Not leidenden Menschen. Mir wär lieber, er hätte vorher Steuern bezahlt. Währenddessen haben wir in Europa teilweise 40 Prozent Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen, die für Ideologien jeder Sorte empfänglich werden. Und es erodiert ein Mittelstand, der sich zunehmend für die Botschaften von rechts begeistert. Da kann man ruhig laut sagen: Dankeschön, Neoliberalismus.

Der Einzelne, auch der einzelne Staat, ist nicht in der Lage, sowas zu lösen. Die beliebteste Frage ist derzeit, ob das Boot voll ist. In Österreich oder sonstwo. Aber diese Frage geht am Thema vorbei. Diese Frage müsste gar nicht gestellt werden, wenn es eine funktionierende europäische Asylpolitik gäbe. Wenn ganz Europa Flüchtlinge aufnähme, würden Länder wie Österreich, Deutschland oder Schweden nicht an die Grenzen ihrer Kapazität kommen. Europa muss gemeinsam Verantwortung übernehmen. Und jene Länder, die sich weigern, sollten irgendwelche Folgen zu spüren bekommen.

angestossen von Wemeze über die Blogrebellen

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